Orgel

Restaurierte Orgel im Jahr 2018 des 50-jährigen Orgeljubiläums

Ihre erste Orgel erhielt die Johanneskirche, wie alle dörflichen Kirchen dieser Gegend, um die MItte des 18. Jahrhunderts zur "Emprobringung des Gemeindegesangs"; bis dahin oblag die Führung des Gesangs meist dem Schulmeister und der älteren Schuljugend.

Dieses Instrument befand sich auf einer eigenen Empore, die -etwas tiefer- noch vor die Westempore gebaut war. Es verfügte nur über ein Manual mit vier Oktaven, hatte kein Pedal und dürfte mit kaum mehr als sechs Registern ausgestattet gewesen sein, was einer Anzahl von knapp 350 Pfeifen entspräche. Der einzige Überrest dieses Instruments oder doch wenigstens der damit in Verbindung stehenden EMpore ist das an anderer Stelle erwähnte Tafelbild mit dem Harfe spielenden David.

Im Zuge der Kirchenrenovierung in den 90er Jahren des 19. Jahrhunderts wurde dann, wiederum auf einer eigens dafür errichteten zweiten Emore -diesmal über der bestehenden Westempore- ein neues Instrument der Orgelbauanstalt Walcker & Cie. aus Ludwigsburg gebaut.

Diese Orgel besaß nun bereits 10 Register, 2 davon im Pedal, mit insgesamt 594 Pfeifen und war nach dem damals modernen Prinzip der Röhrenpneumatik konstruiert, was bedeutet, dass der Wille des Spielers mittels Luftdruck ins Innere des Instruments geleitet wird.

Diese Orgel tat ihren Dienst bis zum Neujahrstag 1968 und wurde durch die jetzige, einem Werk aus der Werkstatt von Orgelbaumeister Werner Renkewitz, ansässig in Nehren, ersetzt. Dieses Werk ist nach dem Prinzip der Schleiflade mit mechanischer Spiel- und Registertraktur gefertigt und in Anlehnung an alt-italienische Orgelbaukunst intoniert; einiges vom Pfeifenmaterial der alten Walckerorgel konnte wiederverwendet werden. An der Planung beteiligt war Dr. Walter Supper aus Esslingen, die Ausführung der Gehäuseteile oblag der ortsansässigen Schreinerei Ott.

Es ist dabei ein vergleichsweise großes Instrument mit 25 Registern, verteilt auf 2 Manuale und Pedal, und insgesamt 1721 Pfeifen enstanden, geziert von einem sogenannten Zimbelstern im unteren Drittel der Schauseite der Orgel.

Die feierliche Einweihung fand am 26. Mai 1968 statt.