Baugeschichte der Johanneskirche

Der gotische Chor

An die ursprünglich in romanischem Stil erbaute Kirche wurde 1488 ein hübscher gotischer Chor mit Streben und Netzgewölben angebaut. Der Schlussstein ist mit den Zeichen des leidenden Christus geschmückt: Ruten und Geißel. In der linken Chorseite befindet sich ein Sakramentshäuschen (Wandtabernakel) mit gotischen Spitztürmchen (Fialen) und hübscher Bogenkrönung. Über der Tür ist das Wappen des Steinmetzen zu erkennen, das zu Hans Augustin Dreyer von Wiesensteig gehört. Er hat unter anderem an der Tübinger Stiftskirche und in der Pfullinger Martinskirche gearbeitet. Von ihm stammt außerdem der Taufstein, der 1974 von einem geschickten Steinmetzen bestens instandgesetzt und mit einer stilgerechten Abdeckplatte aus Bronze nach einem Entwurf von Bildhauer Hoffmann, Tübingen, versehen wurde. Der Fuß des Taufsteins ist stark kanelliert und an acht Seiten mit Maßwerkbögen versehen.

 

Auch 1521 oder kurze Zeit nachher muss an der Wannweiler Kirche gebaut worden sein, wie sich anhand von zwei Ablassbriefen im Stuttgarter Staatsarchiv vom 1. und 2. Juli 1521 nachweisen lässt. Sie gewähren zur Förderung des Baus, zur Wiederherstellung und Ausstattung der Kirche in Wannweil, den opferwilligen Besuchern dieser Kirche einen Ablas von 100 Tagen.

 

Im spätgotischen und sterngewölbten Altarraum wurden im Jahre 1968 Wandmalereien entdeckt, die auf das 16. oder 17. Jahrhundert zurückgehen: eine Kreuzigungsgruppe in der Mitte, darüber die Verkündigung an Maria, rechts ein Bild von der Geburt Christi und links das Abendmahl. Unter dem Kreuzigungsbild sind die Namen der Stifter angebracht.