Baugeschichte der Johanneskirche

Der "Drachenstein"

Beim Umbau der Kirche 1890/91 wurden zwei Steinblöcke entdeckt.

Der eine (Bild oben) war möglicherweise ursprünglich einmal ein Grabstein, worauf Reste einer nicht entzifferbaren Inschrift auf der Innenfläche hinweisen könnten. Auch das Rahmenornament mit einem Drachen und einer Schlange, einem bockartigen Wesen mit Hörnern, und einem löwenartigen Wesen mit Pranken, weist in diese Richtung. Vermutlich stellen sie den Kampf der widergöttlichen Mächte Tod und Teufel gegen das Leben (Symbol Lilie oder Lebensbaum) dar.

 

Dieser Steinblock lag jahrzehntelang in der Taufkapelle, bis ihn das Landesmuseum in Stuttgart zur Ausstellung anforderte. Weil die Kirchengemeinde diesen Türsturz nirgends sinnvoll verwenden konnte, hat sie ihn 1973 dem Landesmuseum in Stuttgart für 15.000 DM und der Auflage überlassen, eine naturgetreue Kopie anzufertigen. Eine außergewöhnlich gut gelungene Kopie wurde an der rechten Seitenwand beim Haupteingang angebracht.

 

Der andere wurde auf der Innenseite über der Haupteingangstür als Türsturz verwendet. Er trägt in der linken oberen Ecke die Inschrift "Intran", wohl der Anfang von "intrantibus pax, exeuntibus salus" (= "den Eintretenden Frieden, den Hinausgehenden Heil"), sowie den Abts- oder Bischofsstab, der darauf hinweist, dass Wannweil in früherer Zeit zum Bistum Konstanz gehörte.

 

Beide Steine dürften aus der karolingischen Zeit, also etwa aus dem 8./9. Jahrhundert stammen.